Die Regel "50+1" - unzeitgemäß, oder essenziell?

Dieses Thema im Forum "Der Investor" wurde erstellt von Pascal, 22. Februar 2017.

  1. Pascal

    Pascal Administrator
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    Hallo zusammen!

    Ich würde gerne zu einem sehr kontroversen Thema eure Meinung wissen:
    Was denkt ihr über die "50+1-Regel" im deutschen Fußball?

    Für alle, die nichts genaues mit diesem Paragrafen anfangen können, hier ein Auszug aus Wikipedia:
    Was haltet ihr generell von Investoren in einem Fußballclub, auch im Hinblick auf ausländische Vereine und andere Länder, wie die Premier League? Schützt die 50+1-Regel in Deutschland überhaupt noch den Wettbewerb, oder legt sie dem deutschen Fußball eher Steine in den Weg? Ich bin auf eure Meinung gespannt.

    Grüße, Pascal
     
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  2. Snoopy.

    Snoopy. Moderator
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    Mittel und langfristig wird diese Regelung dem Deutschen Fußball schaden. Auch wenn sie mehr oder weniger nur auf dem Papier besteht. Gerade bei den kleineren Vereinen in der Ligen unterhalb der Ersten, die so am Existenzminimum herum krebsen, wäre es schon von Vorteil, wenn sie außerhalb der paar Euros, die durch die TV-Gelder der Bundesliga kommen, den Kontostand auffüllen und auch mal investieren könnten. Diese Vereine sind es doch, die den Nachwuchs fordern sollen. Mit Ausnahme von ein paar wenigen Vereinen in Deutschland ist es doch nur schwer möglich, die Ausbildung zu finanzieren. Und dann wird der Spieler schnell abgegeben, Hauptsache die Staubschicht in der Geldkassette ist verdeckt.

    Man sieht es auch schon in den internationalen Wettbewerben, da sind die Deutschen Clubs eher hinten an, mehr als ein 1/4 Finale ist nicht möglich, weil die Qualität fehlt. Nicht nur im eigenen Nachwuchs, was man an der Nationalmannschaft auch schon sehen kann, auch die Möglichkeit der Zukäufe ist bei vielen nicht gegeben, mal nicht im großen Stil.

    Wenn man Investor(en) hat, dann wollen die natürlich auch mitreden und mitbestimmen. Die 50+1 ist eine Regelung, die dies offiziell verhindert, aber unter dem Tisch sieht das anders aus, nicht nur beim TSV. Die Kommerzialisierung der "schönsten Nebenbeschäftigung der Welt" ist nun mal damit verbunden, dass aus Sportvereinen Wirtschaftsunternehmen geworden sind, die auch den Regelungen des Kaptialmarkts unterliegen. So gesehen ist die 50+1 eher Wettbewerbsschädigend, wenn man sie so auslegt, wie es offiziell geregelt ist.
     
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  3. IMMORTAL1860

    IMMORTAL1860 Moderator
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    Die Regel gehört weg, ist Mist und verstößt gegen geltendes EU Recht( Kartellrecht, Recht auf freien Kapitalverkehr, Aktionärsrecht)

    Sie schadet den Klubs die einen e.v im Rücken haben und vergrößert die Schere zu Klubs mit reinen KG's oder AG's.
    Jeder Klub sollte frei entscheiden können ob er sich über Anteilsverkäufe, Partner ins Boot holen möchte und die Partner widerum sollten, fair, wie es üblich ist, mit den Rechten z.b eines Kommanditisten oder Aktionärs ausgestattet sein. Firmen sind dazu da, um sie wie Firmen zu führen,leben und zu behandeln, egal in welcher Branche.
     
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  4. Snoopy.

    Snoopy. Moderator
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    @IMMORTAL1860

    Ein kleiner Einwand: Eine Verbandsregel wie die 50+1 kann nicht gegen EU-Recht verstoßen, da Verbandsregeln nur national geregelt sind und nicht EU-weit.
     
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  5. IMMORTAL1860

    IMMORTAL1860 Moderator
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    EU Recht steht über allem.

    Sonst hätte Hr.Kind nie den Anlauf gewagt und der EUGH sich dazu nicht geäußert und DFL nicht eingelenkt und die Übernahmemöglichkeit auf 10-15 Jahre runtergeschraubt.
    Der O-Ton des EUGH war damals, diese Regel verstößt gegen die oben genannten 3 Rechte, Herr Kind müsse allerdings erst durch alle nationalen Instanzen gehen, das aber dazu in keinem Verhältnis steht, da man sich wohl dann erst in 5-? Jahren vor dem EUGH trifft, man solle sich so einigen.
    Das Managermagazin hatte damals einen richtig guten Artikel drin mit dem Interview mit Kind und den 2 Sportanwälten.
     
  6. ShadowAngel

    ShadowAngel Junglöwe

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    Das die Regel weg gehört, sage ich schon seit 10 Jahren. Die hat einfach im heutigen Fußball nichts zu suchen und hinsichtlich von Vereinen wie Hoffenheim, Leverkusen, RB Leipzig oder allein dem Anteilsverkauf an irgendwelche Firmen (machten die roten häufig) ist das doch eh nur noch eine lächerliche Farce.
    Wirkliche Argumente für das weitere festhalten an 50+1 gibt es ja auch nicht.
     
  7. Der Russe

    Der Russe Kleinlöwe

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    Auch ich finde die Regel nicht zeitgemäß. Letztendlich haben die meisten Vereine Investoren. International entsteht den deutschen Clubs ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Dazu ist die Regel ja nur auf dem Papier existent, wir sind ja das beste Beispiel.
     
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  8. LoeweUAE

    LoeweUAE Junglöwe

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    50+1 ist ein bisschen wie das Ladenschlussgesetz :smiley:
    Soll ein Haendler doch selber entscheiden duerfen wann er oeffnen bzw. schliessen will?
    Zwingt ihn ja ohne das Gesetz keiner nachts oder Sonntags offen zu haben...
     
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  9. Brunt

    Brunt Kleinlöwe

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    Die Regel muß weg, da sie nur die großen vor weiteter Konkurenz schützt. Die haben sich vor einigen Jahren (G14, schön hier unter Kritik nachzulesen https://de.m.wikipedia.org/wiki/G-14 ) zusammen geschlossen und dann die Verbände erpresst, seitem wird der Kuchen nur unter denen aufgeteilt. Die Moral von der Geschichte ist das nun die meisten Ligen nur noch langweilig sind und man in der CL jedes Jahr meist die gleichen Spiele hat.
     
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  10. anso1860

    anso1860 Kleinlöwe

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    50+1 ist Unsinn. Und dient lediglich dem Schutz überlebter und kaputter Strukturen, die von unfähigen Vereinsfunktionären durch die Wahl einer Mehrheit ebenso unfähiger Mitglieder aufrecht erhalten werden.
     
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  11. IMMORTAL1860

    IMMORTAL1860 Moderator
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    Besser kann man es nicht sagen:thumbsup:
     
  12. Loewenharry

    Loewenharry Junglöwe

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    Da kann ich nur sagen - willkommen in der Demokratie...:smiley:

    Aber zum Thema - für mich ist die 50+1 Regel auch nicht mehr zeitgemäß. Ich bin aber davon überzeugt, dass diese Regel innerhalb der nächsten 3 Jahre kippen wird.
     
  13. LNHRT

    LNHRT Kleinlöwe

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    Bin auch kein Freund von 50+1. Gerade weil es kleineren Vereinen von denen es ja einige in Liga 1 und 2 gibt immer schwerer Fallen wird Anschluss zu halten. Nicht jede Mannschaft hat die finanziellen Möglichkeiten jede Position mehr oder weniger Gleichwertig doppelt zu besetzen.
    Als Kritikpunkt sehe ich jedoch die immer extremer werdende Kommerzialisierung und das Ausarten der finanziellen Aspekte.
     
  14. Loewenharry

    Loewenharry Junglöwe

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    Nicht jede ist da ja schon etwas untertrieben - nur sehr, sehr wenige trifft es denke ich schon eher. Und alleine schon um diesen Mannschaften irgend etwas entgegen setzten zu können, muss die Regel weg...je früher, desto besser!
     
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  15. LNHRT

    LNHRT Kleinlöwe

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    Das ist schon richtig. Es gibt ja auch Vereine, die in der Öffentlichkeit behaupten, nix mit Investoren zu tun haben zu wollen. Bin mir sicher, dass die ganz schnell ihre Meinung ändern, wenn 50+1 fällt.
     
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  16. IMMORTAL1860

    IMMORTAL1860 Moderator
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  17. ShadowAngel

    ShadowAngel Junglöwe

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    Hmm
    "“Niemals. Wir sind mit dem Prinzip, als mitgliedergeführter Verein Lasten auf viele Schultern zu verteilen, gut gefahren." - Hat man 2003 gesehen, als man um Hilfe winselte, weil man so bankrott war, dass die Regionalligalizenz in Gefahr war. Da ist man dann den roten in den Arsch gekrochen und hat das Geld von ihnen gerne angenommen.
    Also wenn das "gut gefahren" sein soll, will ich lieber einen Investor.

    Da geht wohl eher die Angst um, das man sich schnell in Liga 3 oder dahinter findet, wenn die Regel fällt und andere Vereine vorbeiziehen.
     
  18. Bauerngirgel

    Bauerngirgel Kleinlöwe

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    Ist die 50 +1 Regel sinnvoll? Und: Ist sie für 1860 sinnvoll? Heißes Eisen. Ich versuch mich mal an einer Annäherung - möglichst emotionsarm :smiley:.

    Gedacht ist die Regel vom DFB, damit die DFL zwar die Spitze des Profifußballs darstellt, diese aber von den Vereinen, dem Breitensport getragen wird. Ohne e.V.-Unterbau kein Ticket in der Bundesliga. Niemand sollte sich von "außen" einkaufen können und das Ruder komplett übernehmen. Investoren als Minderheitseigner sind willkommen, sie sollen Geld zuschießen können, ggf. vom Profit was abbekommen. Die Vereine können sich umgekehrt so institutionell fester an Sponsoren binden, haben mehr Planungssicherheit, der ganze Betrieb kann schneller wachsen.

    So weit, so gut.

    Erster Haken an der Sache: Fußball ist nur in Ausnahmefällen profitabel. Die wenigsten Investoren verdienen Geld, die meisten befriedigen über ihr Investment nur Eitelkeit und Geltungsdrang. Wem das teure Baby aber nur zu 50% - 1 gehört, der bekommt halt auch nicht die ganze Strahlkraft ab.

    Zweiter Haken (wie bei 1860 gesehen): Was, wenn der Investor der einzige ist, der Geld reinpumpt und der e.V. zwar formal das Sagen hat, aber faktisch so am Tropf hängt, dass ohne Investor nichts mehr weitergeht? Die wüsten Hilfskonstrukte um Nachrangdarlehen und Umwandlungen in nichtstimmberechtigtes Eigenkapital und das Zittern um die Lizenzerteilung zeigen, dass 50 + 1 hier nicht zu Ende gedacht ist.

    Für 1860 scheint mir wichtig, die grundsätzliche Diskussion von der konkreten Konstellation rund um Hasan Ismaik zu trennen. Hier ist nämlich von Anfang an so ziemlich alles schiefgegangen, was schiefgehen konnte. In einem Schnellschuss unter höchster Eile hat Ismaik damals die Anteile erworben, ohne dass e.V. und er sich auch nur ansatzweise ausgetauscht oder kennengelernt hätten. Man hatte keine Alternative und musste dankbar sein, und jetzt hat man den Dreck im Schachterl: Unabhängig davon, wer in den letzten x Jahren was im Innenverhältnis falsch gemacht hat, weiß bis heute niemand von uns, was Ismaik getrieben hat, was er tatsächlich will, wieviel er unter welchen Umständen bereit ist (und in der Lage) zu investieren ...

    Sollte 50 +1 fallen, stellt sich also die Frage, ob man die KGaA in der jetzigen Situation an ihn abgeben will oder soll, ob man Konfronation und Insolvenz sucht oder ob man erstmal weitermacht wie bisher und darauf wartet, dass sich sportlich und finanziell bessere Zeiten auftun.

    Was uns Fans klar sein muss: Gegen Ismaik zu sein, ist zwar gerade nach dem Zwangsabstieg menschlich nachvollziehbar, aber ungefähr ebenso sinnvoll, wie gegen Regenwetter und Winterkälte einzutreten. Ismaik geht nur, wenn er seine Anteile verkaufen will (oder muss). Von uns aus gibt es keinen Weg, ihn loszuwerden! Das heißt, man muss erstmal eine alternative Investorenkonstellation finden (schwierig genug) und dann muss Ismaik dem auch noch zustimmen (wie da die Chancen stehen, weiß keiner).
     
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  19. ICFPFALZ

    ICFPFALZ Junglöwe

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    Und genau an diesen Umständen muss gearbeitet werden. Ist der Fauser dafür da zusammen mit HI endlich ein Konzept zu entwickeln oder soll diese Aufgabe durch den e.V. ausgeführt werden. Mir stellt sich die Frage welche Alternative hat der e.V. wenn er kein Konzept mit HI anstrebt.
    Und ich denke auch 50+1 wird fallen damit Deutschland weiterhin im Weltmarkt Fussball mit vorne dabei bleibt. Es gibt ja schon die ersten Ausnahmen in D. 50+1 bleibt für den Amateursport, Profisport funktioniert ausschließlich mit Geldgebern Investors.
    Für 60 bleibt die Frage Amateurfussball oder Profifussball.
    Ich geh beide Wege mit.:pointup::sunglasses:
     
  20. WeissbierWaldi

    WeissbierWaldi Junglöwe

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    Ich hab da ne ganz andere Thoerie.
    Angenommen 50+1 fällt; fällt das 50+1 auch im Amateurbereich ?
    Wenns so wäre würde jeder der Kohle hat wie H.I. sich einen Verein rauspicken und versuchen den nach oben zu bringen.
    Also denk ich daß 50+1 nicht ür den Amateurbereich kommen wird. Des wär der Untergang für den Unterbau.
    Oder wie denkt ihr darüber ? 50+1 nur für 1. und 2. Liga eventuell noch für die 3. Liga
    Noch ein Gedankengang dzu, der Koch hat ja auf die schnelle das 50+1 in den Statuten für die Regio eingeführt. Den Grund kennen wir alle.
    Ob also des 50+1 die Lösung für den deutchen Fußball ist bezweifle ich.
    Bei uns wär des ne klare Geschichte, fällt 50+1 hat H.I. 60% und kann alleine entscheiden was und wie bei uns passiert.
     

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